Aug 20

Myalgic Encephalomyelitis (ME) – besser bekannt als Chronic Fatigue Syndrome (CFS) – betrifft rund eine Million Menschen in den USA und noch mehr in Europa. Dennoch gibt es viel zu wenige intensive Forschungsinitiativen, kritisieren Experten in einer Aussendung. Die Zahl der Patienten steige an, aber das Wissen ĂŒber mögliche Behandlungsmethoden fehle.

Im Krankheitsverlauf zeigen sich meist neurologische, immunologische und endokrine AuffĂ€lligkeiten. Die Ursachen sind – trotz einer Vielzahl von Studien, die vor allem auf biologische und Umweltfaktoren abzielen – bis heute ungeklĂ€rt, es gibt nicht einmal laboratorische Tests oder Biomarker, die Hinweise auf bestimmte organische Komponenten geben könnten. Zu den hĂ€ufigsten Symptomen von CFS gehören Muskel-und Gelenkschmerzen, kognitive Schwierigkeiten, chronische geistige und körperliche Erschöpfung bei vorheriger Gesundheit und normaler AktivitĂ€t. ZusĂ€tzlich mögliche Symptome sind MuskelschwĂ€che, HypersensibilitĂ€t, Verdauungsstörungen, Depressionen, reduzierte Immunabwehr sowie Herz-und Atemwegserkrankungen – bemerkenswerterweise alles Symptome, die auch beim Burnout hĂ€ufig sind. Es ist jedoch unklar, ob diese Symptome einander gegenseitig verstĂ€rken oder nur das Ergebnis der “eigentlichen” CFS sind. Um die Diagnose CFS zu rechtfertigen, dĂŒrfen die Symptome nicht durch andere Erkrankungen verursacht werden.

Das Resultat der schlechten Forschungslage und Information ist wohl, dass die Krankheit oft jahrelang undiagnostiziert und unbehandelt bleibt. Das Vorkommen der Krankheit und ihr Einfluss auf das Gesundheitswesen sei höher als besser erforschte Krankheiten wie Multiple Sklerose oder HIV, so der belgische Forscher belgische Kenny De Meirleir. ME/CFS ist ihm zufolge eine chronische Krankheit, die die LebensqualitÀt der Betroffenen enorm einschrÀnke.

Professor Luc Montagnier – NobelpreistrĂ€ger 2009 fĂŒr Medizin – meint, dass das Wissen, das ĂŒber das Syndrom bereits existiert, medizinisches Personal aber entweder nicht erreicht oder es zu wenig ernst genommen wird. Montagnier, einer der Mitendecker des HI-Virus, unterstĂŒtzt einen neu gegrĂŒndeten Think Tank zur Erforschung und Bewusstmachung der Krankheit. Die mit diesem verbundene Organisation “European Society for ME” (ESME) hat das Ziel, das Bewusstsein und die Forschung fĂŒr die ernst zu nehmende Erkrankung interdisziplinĂ€r zu schĂ€rfen.

(Quelle: European Society for ME)

Jan 20

Nach einer Analyse der Daten von 2.755 mĂ€nnlichen Angestellten, welche zu Beginn einer kĂŒrzlich abgeschlossenen Studie des Stressforskningsinstitutet der UniversitĂ€t Stockholm noch keinen Herzanfall erlitten hatten, zeigte sich zumindest fĂŒr MĂ€nner eine Assoziation zwischen “unterdrĂŒckter BewĂ€ltigung” infolge einer unfair gefĂŒhlten Behandlung und gesteigertem kardialem Risiko.

FĂŒr die Untersuchung wurden die verschiedenen Strategien, Dinge fĂŒr sich zu behalten, als unterdrĂŒckte BewĂ€ltigung definiert. Die Teilnehmer wurden gefragt, welche Strategien sie anwendeten: Ereignisse vorbeigehen zu lassen ohne etwas zu sagen, aus einem Konflikt einfach auszusteigen, Symptome wie Kopf- oder Magenschmerzen zu haben oder zu Hause schlechter Laune zu sein. Faktoren wie Rauchen, Alkohol, körperliche AktivitĂ€t, Bildung, Diabetes, Anforderungen im Beruf und Entscheidungsfreiheit wurden berĂŒcksichtigt, Blutdruck, BMI und Cholesterinwerte gemessen. Die MĂ€nner waren zu Beginn der Studie in den Jahren 1992 bis 1995 durchschnittlich 41 Jahre alt. Informationen ĂŒber einen Myokardinfarkt oder Tod aufgrund eines Herzanfalls bis zum Jahr 2003 wurden aus den nationalen Datenbanken zu Krankenhausaufenthalten und TodesfĂ€llen entnommen.

Bis 2003 hatten 47 der 2.755 MĂ€nner einen Myokardinfarkt oder starben an einer Herzerkrankung. Jene, die hĂ€ufig oder oft einfach einem Konflikt auswichen oder nichts sagten, verfĂŒgten ĂŒber ein doppelt so hohes Herzrisiko als jene MĂ€nner, die sich unangenehmen Situationen stellen und versuchten sie zu lösen (2,29 [95% CI 1,00-5,29]). Kopf- und Magenschmerzen oder schlechte Laune zu Hause erhöhten das Risiko nicht.

(Quellen: J Epidemiol Community Health; 2009, Nov 24; MedAustria)

22.03.20