Nov 27
Bildquelle: alphachimp.com

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Chronische Schmerzen – etwa verursacht durch Beschwerden des StĂŒtz- und Bewegungsapparates, an denen 70-80% der Bevölkerung im Laufe ihres Lebens erkranken – haben dramatische Auswirkungen auf die LebensqualitĂ€t. So hat, wie eine aktuelle Studie des EuropĂ€ischen Dachverbandes von Schmerzgesellschaften EFIC zeigt, jeder vierte Schmerzpatient ein eingeschrĂ€nktes Sozialleben, fast ein Drittel der Schmerzpatienten bĂŒĂŸt an UnabhĂ€ngigkeit ein. MĂŒdigkeit, Erschöpfung, ein eingeschrĂ€nktes Sexualleben und Konzentrationsstörungen treten ebenso hĂ€ufig auf. Und nicht zuletzt haben Schmerzpatienten auch ein drei Mal höheres Risiko als der Bevölkerungsdurchschnitt, eine psychiatrische Erkrankung zu entwickeln.

Depression ist zugleich Auslöser und VerstĂ€rker von Schmerzen, und Schmerzen sind umgekehrt eine Ursache von Depression. Chronische Schmerzpatienten haben ein drei Mal höheres Risiko als der Bevölkerungsdurchschnitt, eine psychiatrische Erkrankung zu entwickeln, und Depressionspatienten haben ein drei Mal höheres Risiko fĂŒr eine chronische Schmerzerkrankung”, erklĂ€rt B. Kepplinger, Ärztlicher Direktor des Landesklinikums Mostviertel Amstetten-Mauer und SekretĂ€r der Österreichischen Schmerzgesellschaft (ÖSG) in einem Interview mit dem Standard.

Der Experte plĂ€diert angesichts dieser ZusammenhĂ€nge dafĂŒr, Schmerzpatienten systematisch auch auf Symptome einer Depression zu untersuchen: “Diese AufklĂ€rungsinitiative ist auch besonders wichtig, damit die vielen unerkannten Depressionen bei Schmerzpatienten demaskiert und adĂ€quat behandelt werden können. (..) FĂŒr die ZusammenhĂ€nge zwischen Schmerz und Psyche spricht auch die Wirksamkeit von Antidepressiva und psychotherapeutischen Verfahren in der Schmerz-Behandlung. Aus diesen GrĂŒnden gilt heute als unumstritten, dass Schmerzen nicht nur frĂŒhzeitig und ausreichend mit Medikamenten, sondern auch mit [psychotherapeutischen] Strategien behandelt werden mĂŒssen.”

(Quelle: Studie “Pain in Europe”, EFIC)

06.01.16